Hermes – Guide

KELLY BAG

Das Haus Hermès hat seinen Ursprung in der Herstellung von Sattler-Artikeln. Die anfänglich produzierten Taschen waren vor allem funktional und dienten der Aufbewahrung von Reit-Zubehör. So auch der Vorgänger der Kelly Bag aus den 1890er Jahren – damals bekannt als ‚Haut à courroies‘, die für den Transport von Reitstiefeln und Sätteln entwickelt wurde.

In den 1930er Jahren entwickelte Robert Dumas, der damalige Creative Director des Hauses Hermès, die ‚Haut à courroies‘ weiter zur ‚Sac à dépêches‘ – die erste Tasche von Hermès die nicht mehr auf den Pferdesport zugeschnitten war. Dichter und Politiker wie JFK nutzten die elegante Tasche für Dokumente und Zeitungen.

Von da an wandelte sich die ‚Sac à dépêches‘ immer mehr zur modernen Damenhandtasche. Das trapezförmige boxy Design mit einem Griff, zwei Verschlussriemen und geometrischem Überschlag, wurde zur Ikone des kühnen Modernismus.

Für den Film „Über den Dächern von Nizza“ kaufte der Kostümbildner diverse Accessoires von Hermès ein, und die Hauptdarstellerin Grace Kelly verliebte sich während der Dreharbeiten in die ‚Sac à dépêches‘. Als Grace Kelly nach ihrer Hochzeit mit Prinz Rainier III. von Monaco, Hollywood den Rücken kehrte, begleitete sie die ‚Sac à dépêches‘ weiterhin als persönliches Lieblings-Accessoire. Ein Bild von Grace Kelly aus dem Jahr 1956, auf dem sie ihre Hermès Tasche schützend vor ihren Baby-Bauch hält, ging um die Welt und machte die ‚Sac à dépêches‘ zum Inbegriff der zeitlosen Eleganz und zum internationalen Status-Symbol. Die ‚Sac à dépêches‘ bekam darauf hin den Namen ‚Kelly Bag‘.

 

BIRKIN BAG

Auch die Birkin Bag hat ihr Entstehen und Ihren Namen einer Berühmtheit zu verdanken.

Im Jahre 1984, auf einem Flug von Paris nach London, sass Jean-Louis Dumas, der damalige Geschäftsführer von Hermès, neben der britischen Schauspielerin Jane Birkin. Im Gespräch erwähnte sie, dass sie keine geeignete Tasche findet, die sowohl schlicht, als auch funktional ist. Als junge Mutter wünschte sie sich eine Tasche, die genug Stauraum für ihr Baby-Sachen bietet und sich auch als Reisetasche für kurze Wochenendausflüge verwenden lässt. Basierend auf dem Design der ‚Haut à courroies‘ skizzierte Dumas noch während des Fluges den Entwurf einer Tasche, die all diesen Bedürfnissen gerecht wurde. Die Birkin Bag kam kurz darauf auf den Markt.

Heute gilt die Birkin als das ultimative Investment-Piece. Für den Second-Hand Markt ist dies besonders spannend, da sich eine Birkin in der Regel ohne Wertverlust weiterverkaufen lässt. Im Gegenteil: Je nach Modell und Seltenheit der Birkin, werden die Taschen um ein vielfaches des Kaufpreises gehandelt.

ORIGINAL oder Fälschung - Authenticity Guide

Auf dem Verschluss ist stets der Stempel HERMÈS PARIS MADE IN FRANCE zu identifizieren.
Dieser befindet sich bei Originalen immer sehr nahe an der oberen Naht, NIEMALS jedoch in der Mitte zwischen Oberkante und Verschluss. Es wird KEIN Kutschen-Logo zusätzlich zur HERMÈS PARIS MADE IN FRANCE Prägung angebracht!

  • Hermès verwendet ein einmaliges Dataystem. Die Markierung kann auf der Unterseite der Handgriffe/Riemen/Halterung/Schließen ausgemacht werden.
  • Der Blindstempel wurde 1945 eingeführt. Ältere Taschen besitzen demnach keinen Blindstempel.
  • Für die Auszeichnung genutzt wird das fortlaufende Alphabet. Es begann 1945 mit einem einfachen „A“ und wurde 1971 mit einem „A“ im Kreis sowie 1997 mit einem „A“ im Viereck fortgesetzt.

Stempel

Jeder Hermès Treasure ist von Hand hergestellt und quasi ein Unikat.
Der Logo Stempel ist entweder farblos und ins Leder geprägt oder auf die Farbe der Hardware abgestimmt. Er befindet sich unter dem Überschlag über der Drehschliesse. Die Prägung HERMÈS PARIS MADE IN FRANCE ist deutlich lesbar und regelmässig.

Das Hermès-Logo befindet sich außen auf der Vorderseite der Tasche und ist deutlich sichtbar, sobald Sie sie öffnen. Bei Vintage-Modellen, die vor 1965 produziert wurden, zeigt das Logo den Schriftzug “Hermès Paris”. Erst nach diesem Datum wurde der Schriftzug “Made in France” hinzugefügt. Es ist wichtig zu beachten, dass die Buchstaben des Logos gleichmäßig angeordnet sein müssen und nicht zu groß, zu dick oder unausgewogen sein dürfen.

Außerdem sollten Sie den Abstand zwischen der Naht und dem Rand überprüfen. Ein echtes Hermès-Logo wird nämlich direkt unter der Naht platziert, während gefälschte Logos oft falsch, nämlich weit darüber, platziert werden. Es ist auch zu beachten, dass sich die für das Logo verwendeten Schriftarten im Laufe der Jahre verändert haben. Daher kann es sein, dass ein Vintage-Birkin aus den 1970er Jahren ganz anders aussieht als ein Modell aus den 1990er Jahren.

Jede Originale Hermès Birkin Bag ist mit dem „Hermès Paris Made in France“ Stempel versehen. Selbstverständlich besitzen diesen Stempel auch so gut wie alle Fälschungen, aber ein genauer Blick reicht oft schon aus, um die Fake-Tasche zu entlarven. Bei den Originaltaschen befindet sich der Stempel immer sehr nah an der Oberkante und niemals mittig zwischen der oberen Kante und der Metallplatte des Verschlusses. Außerdem kommt es durchaus vor, dass gefälscht Produkte Rechtschreibfehler im Stempel enthalten oder qualitativ minderwertig aussehen. Beim Kauf von Vintage Birkin Bags musst Du jedoch beachten, dass der Stempel bis zum Jahr 1965 lediglich den Schriftzug „Hermès Paris“ enthält und der Zusatz „Made in France“ erst später dazu kam.

Es befindet sich unter dem Riemen der Tasche und zeigt das Alter an. Es besteht aus einem Buchstaben von A bis Z, der von einem Kreis, einem Quadrat oder manchmal auch formlos begleitet wird. Ein Buchstabe ohne Form zeigt an, dass die Tasche zwischen 1945 (A) und 1970 (Z) hergestellt wurde. Ein Buchstabe in einem Kreis zeigt an, dass die Tasche zwischen 1971 (A) und 1996 (Z) hergestellt wurde. Ein Buchstabe in einem Quadrat bedeutet, dass die Tasche zwischen 1997 (A) und 2014 (R) hergestellt wurde. Seit 2015/2016 ist auf der Innenseite der Tüte ein Blindstempel angebracht.

Die Buchstaben dieses Stempels haben keine Form und folgen nicht der alphabetischen Reihenfolge: 2015 (T), 2016 (X), 2017 (A) und 2018 (C). Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Stempel in das Leder und nicht auf das Leder gedruckt ist. Der Blindstempel kann auch eine Identifikationsnummer und manchmal einen Hinweis auf eine exotische Lederart enthalten (z. B. “-” für Eidechse).

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Alle Hermès Lederprodukte tragen eine Blindprägung. Hermès datiert die Handtaschen anhand von Grossbuchstaben. Seit 1971 verwendet Hermès Buchstaben und Formen um das Jahr zu kennzeichnen. Dies ist entweder ein Kreis oder ein Quadrat. Modelle die ab 2014 produziert wurden, weisen wiederum nur den Buchstaben auf.

Die Blindprägung befindet sich bei der Kelly und Birkin auf der Innenseite des rechten Schliessriemens. Seit 2016 ist die Prägung in der linken hinteren Ecke der Tasche zu finden.

Neben der Datierung sind meist noch weitere Zahlen und Symbole eingeprägt. Anhand dieser lässt sich zurückverfolgen, wo und von wem die Tasche hergestellt wurde. Wird eine Tasche zur Reparatur nach Paris geschickt, wird sie von dem Handwerker bearbeitet, der sie hergestellt hat.

Viele Luxuslabels verwenden individuelle Datasysteme, die beispielsweise Auskunft über das Herstellungsjahr geben. Hermès versetzt deshalb seit dem Jahr 1945 einen Großteil der Birkin Bags mit einem sogenannten Blindstempel, welcher sich meist auf der Unterseite der Handgriffe, Riemen oder der Schließen befindet. Beachte jedoch auch hier, dass eine Vielzahl an Fälschungen ebenfalls einen Blindstempel aufweisen. Ist dieser jedoch auffällig groß, hältst Du mit großer Wahrscheinlichkeit ein Plagiat in den Händen. Falls Du noch weitere Informationen zu den einzelnen Data-Codes haben willst, klicke einfach hier.

Die Hardware der Kelly und Birkin ist aus hochwertigem Metall hergestellt. In der Regel ist sie entweder 18k vergoldet oder aus Palladium. Goldfarbenes Metall mit einem Stempel neben der HERMES PARIS Gravur ist mit 24k vergoldet.
Der Drehverschluss sitzt fest und stabil. Bei der Drehung sollte man keinen Widerstand spüren, sie fühlt sich geschmeidig an.
Die vier Füsschen am Boden der Tasche haben das gleiche Finish wie die restliche Hardware und lassen sie nicht abschrauben.

Das Leder einer echten Hermès Bag weist einen ganz bestimmten Geruch auf, der während der Verarbeitung entsteht und auch nach vielen Jahren nicht verfliegt. Hermès verwendet Leder von höchster Qualität.
Die meisten Kelly und Birkin Bags werden aus Kalbsleder hergestellt. Box Calf, Clemence, Epsom und Togo Leder unterscheiden sich in der Feinheit der Oberfläche, ihrer Steifheit und darin, wie resistent sie gegen Kratzer und Abnutzungen sind.
Hermès ist bekannt für die Verwendung von hochwertigstem Exotenleder. Taschen aus diesen Materialen werden auf Auktionen oft um ein Vielfaches Ihres Originalpreises gehandelt.

Das Futter der Kelly und Birkin Bag ist aus hochwertigstem Leder hergestellt. Meist ist es ein körniges Ziegenleder. Es ist sorgfältig eingenäht, die Nähte sind makellos und ohne lose Fäden. Bei gewissen Modellen wird auch anderes Leder verwendet. Auch das ist von höchster Qualität und aus ähnlichem Leder wie die Aussenseite der Tasche gefertigt.
Einige Sonderanfertigungen können ein Innenleben in einer Kontrastfarbe aufweisen.

Jede Hermès Tasche wird mit grösster Sorgfalt von Hand genäht. Die Naht nennt sich Sattlernaht. Jeder Stich wird einzeln befestigt, was den Vorteil hat, dass sich nicht die ganze Naht löst, sollte mal ein Stich reissen.

Die Stiche sind leicht angewinkelt, eng und präzise. Da die Stiche handgenäht sind, kann es zu minimalen Unregelmässigkeiten kommen, aber die Naht sieht niemals unsauber aus.

Meistens haben die Nähte dieselbe Farbe wie das Leder der Handtasche. Es kommt jedoch vor, dass ein weisser Faden verwendet wird, auch wenn das Leder nicht weiss ist.

Das Schloss und die Schlüssel, die zum Zubehör jeder Kelly und Birkin Bag gehören, sind ein wichtiges Echtheitsmerkmal.
Vor dem Jahr 2000 trugen die Schlösser keine Seriennummer. Stattdessen hatten sie auf der Unterseite einen Hermès Stempel und eine Zahl, die mit der Zahl auf den Schlüsseln übereinstimmte.
Seit 2000 befindet sich sowohl der Hermès Stempel als auch eine Zahlenfolge – meist 102, 121 oder 212 – auf der Unterseite des Schlosses und auf den Schlüsseln.
Das Lederstück das die Schlüssel umfasst nennt sich Clochette. Es ist aus einem Lederstück gefertigt, das links und rechts zusammengenäht ist.
Da Schloss und Schlüssel aus hochwertigstem Metall hergestellt sind, haben sie ein gewisses Gewicht. Sollten sie zu leicht in der Hand liegen, ist dies ein Hinweis auf minderwertige Qualität und spricht gegen die Echtheit der Tasche.

Ein weiteres Merkmal, dass Du besser genauer unter die Lupe nehmen solltest, ist das für die Birkin Bags so charakteristische Schloss. Bei einem Großteil der Birkin Bags befindet sich nämlich der geprägte Hermès-Schriftzug sehr nah an der Oberkante des Schlosses, während die Nummer meist an der unteren Kante, eher klein, eingraviert wurde.  Sei außerdem vorsichtig, wenn es sich beim Schloss um die Nummer 121 handelt, denn mit dieser Nummer sind äußerst viele Fake-Taschen versehen, wobei dennoch auch Original Birkin Bags mit dieser Nummer existieren.

Der Reissverschluss im Inneren der Tasche sollte genau geprüft werden.
Der Reissverschluss lässt sich geschmeidig öffnen und schliessen. Je nach Produktionsjahr der Tasche hat der Verbinder des Reissverschlusses entweder die Form eines H’s oder eines Quadrats.
Auf der Griffplatte am Schiebekörper ist entweder der Buchstabe H oder Hermès eingraviert.
Das Finish des Reissverschlusses ist eher matt.

Die Grösse der Birkin und Kelly wird mit einer Nummer angegeben, die sich auf die genaue Breite des Taschenbodens in cm bezieht, wie z.B. ‚Kelly 35‘ oder ‚Birkin 30‘. Hier ist es sinnvoll zu wissen, in welchen Breiten und Varianten die Taschen produziert werden:

Kelly Bag

  • Micro Kelly: 15
  • Mini Kelly: 20
  • Kelly: 25, 28, 32, 35, 40
  • Shoulder Kelly: 42
  • Kelly Voyage & Relax: 50

Birkin Bag

  • Micro Birkin: 15
  • Birkin: 25, 30, 35, 40, 50
  • HAC Birkin: 28, 32, 40, 45, 50, 55, 60
  • Shoulder Birkin: 42, 45

Karte

Im Gegensatz zu anderen Luxuslabels bekommst Du beim Kauf einer Original Hermès Birkin Bag keine Authentizität beziehungsweise Echtheitskarte mit dazu. Viele ahnungslose Käufer sehen gerade diesen, meist in Orange gehaltenen, gefälschten „Echtheitsbeleg“ als Merkmal für eine Originaltasche an, doch genau das Gegenteil ist der Fall, denn das ist bereits das Zeichen dafür, dass es sich ziemlich sicher um keine Originale Tasche handelt.

Rechnung

 

Falls Du die Möglichkeit hast, die Tasche persönlich begutachten zu können achte unbedingt auf die Henkel. Sind diese ungewöhnlich rund oder seitlich verbogen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Fälschung. Fake-Produkte weisen oftmals genau diese Merkmale auf, da die Qualität der Materialien nicht hochwertig ist oder die Tasche in zu kleinen Kartons oder nicht richtig gelagert wurde. Hast Du den Eindruck, dass die Tasche aufgrund verschiedener Merkmale nicht hochwertig beziehungsweise schlecht verarbeitet aussieht, lass auf jeden Fall die Finger davon. Hermès arbeitet ausschließlich mit hochwertigsten Materialien und prüft jede Tasche im Vorhinein auf sämtliche Qualitätsmängel.

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